Ausrüstung

Jeder aktive Kamerad der Feuerwehr Riedlhütte-Reichenberg hat eine ihm zugeteilte persönliche Schutzausrüstung, die ihn und seine Gesundheit schützen soll. Darüber hinaus stehen den Männern und Frauen ca. 520 verschiedene Einsatzgeräte zur Verfügung, um alle anfallenden Einsätze profesionell Abarbeiten zu könnten.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Die persönliche Schutzausrüstung beinhaltet einen Feuerwehrhelm eine Nomex-Kopfschutzhaube für die Atemschutzgeräteträger, eine Feuerwehreinsatzhose sowie dazugehöriger Jacke. Die alten Feuerwehrhandschuhe (Schweißerhandschuhe) wurden weitgehend durch neue entsprechend der EN 659 ausgetauscht. Einem Feuerwehrhaltegurt welcher als Abseilhilfe genutzt werden kann, hauptsächlich aber zum Sichern auf Leiten genutzt wird. Die Feuerwehrgummistiefel wurden groß teils von den Kameraden auf eigene Kosten durch moderne Feuerwehrstiefel ersetzt, da diese teilweise einen höheren Schutz als der Standartgummistiefel haben und natürlich einen weit aus höheren Tragekomfort besitzen.  

Atemschutz

Der Atemschutz ist eine besondere Abteilung in der Feuerwehr da man hierfür eine spezielle Ausbildung sowie die körperliche Eignung dazu braucht. Eine jährlich Pflichtübung unter erschwerten Bedingungen, sowie eine regelmäßige ärztliche Untersuchung stehen auf dem Programm der Atemschutzgeräteträger. Zu ihrer Spezialausrüstung gehört eine Pressluftflasche und eine Atemschutzmaske welche über den sogenannten Lungenautomaten verbunden sind. Eine spezielle Kleidung aus Nomex-Material schützt sie vor Flammen und Hitze Einwirkung. Insgesamt verfügt die Feuerwehr Riedlhütte-Reichenberg über 37 Atemschutzgeräteträger, darunter auch eine Frau. Auf unseren Fahrzeugen sind insgesamt 14 Atemschutzgeräte verlastet. Als besonderer Ausrüstungsgegenstand stehen den Kameraden noch einen Wärmebildkamera zur Verfügung. Mit dieser lassen sich Personen in verrauchten Zimmer oder Gebäuden schneller finden und Glutnester aufspüren. Die Einsatzzeit unter Atemschutz ist auf maximal 20 Minuten begrenzt. Das Gewicht der kompletten Ausrüstung beträgt ca. 20 kg.

Schnittschutz und Motorsäge

Sturm und Unwetter Einsätze nehmen einen immer wichtigeren Stellenwert bei Feuerwehreinsätzen ein. Die Feuerwehr Riedlhütte-Reichenberg verfügt über insgesamt 3 Motorsägen und die dazugehörige Schnittschutzausrüstung welche aus einer Spezialhose besteht. Sollte die laufende Säge in die Hose schneiden wird durch die Stofffasern der Hose sofort die Kette blockiert. Ein Helm mit Sicht- und Gehörschutz ist ebenso Bestandteil der Ausrüstung. 9 Kameraden haben ein speziellen Motorsägenkurs absolviert, wo sie auf besonders schwierige Schneideinsätze welche nach einem Sturm auftreten können vorbereitet wurden.

Technische Hilfeleistung

Bei der Technischer Hilfeleistung (THL) denkt man als erstes an PKW Unfälle wo mit Rettungsspreizer und Schere Insassen aus verunfallten Fahrzeugen befreit werden. Bei der Feuerwehr Riedlhütte-Reichenberg ist kein solcher Rettungssatz stationiert. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten und die Stationierung bei unseren Nachbarfeuerwehren ist dies nicht nötig. Aber das Einsatzspektrum bei THL-Einsätzen ist um ein vielfaches mehr als nur PKW Unfälle.  Überflutete Keller, Türöffnungen, Arbeitsunfälle, Verkehrsunfälle ohne eingeklemmte Personen, verschmutze Fahrbahnen, Sturmschäden, Einsturz gefährdete Gebäude, Verschüttete oder Abgestürzte Personen oder Tiere, Stromunfälle oder auch die Katze im Baum dies alles zählt unter anderem zu THL-Einsätzen. Hierfür haben wir diverse Hebezeuge, Winden, Sägen, Trenngeräte, Stromaggregate, Pumpen, Leuchten, Absperrmaterial, Leitern und natürlich normales Handwerkszeug sowie Schaufeln, Besen, Bindemittel und vieles mehr. Natürlich haben auch einige Kameraden diverse Lehrgänge an der staatlichen Feuerwehrschule absolviert damit im Einsatzfall professionelle Hilfe geleistet werden kann.  

Brandschutz 

Das löschen von Bränden war und ist die Grundaufgaben jeder Feuerwehr egal ob freiwillig oder beruflich. Mittlerweile hat sich das Einsatzgebiet der Feuerwehren gewandelt, wodurch der Brandschutz und das Löschen von Bränden auf eine kleine Prozentzahl zusammen geschrumpft ist. Sollte es allerdings zu einem Brand kommen egal ob Wald- Wohnungs- Zimmer oder Industriebrand ist die Feuerwehr Riedlhütte-Reichenberg bestens gerüstet. Insgesamt sind auf unseren Fahrzeugen 1.295 m Schlauchmaterial mit 12 Strahlrohren sowie einem Wasserwefer verladen. 2500l Wasser sind auf dem TLF an Board. 180l Schaum sowie 3 Schaumrohre sind auf die Fahrzeuge verteilt. Zwei Feuerlöschpumpen eine Vorbaupumpe am LF 8 sorgen dafür das, dass Wasser auch dahin kommt wo es gebraucht wird. Auch die Entnahme aus offenen Gewässers ist kein Problem, mit den insgesamt 27 m langen Saugrohren, welche auf den verschieden Fahrzeuge verlastet sind. Der vorbeugende Brandschutz spielt in der heutigen Zeit eine immer größere werdende Rolle, weshalb wir auch immer wieder Schulungen und Übungen mit Kindergärten, Schulen, Firmen und Behörden anbieten.

Umweltschutz

Seit der Stationierung eines Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) stellt die Feuerwehr Riedlhütte-Reichenberg den Gefahrgutzug für den Landkreis Freyung-Grafenau. 2016 wurde dieses Fahrzeug durch den Landkreis erneuert. Da es sich bei diesen Einsätzen um ein besonderes Gebiet im Feuerwehrdienst handelt ist hier die richtige Ausbildung das A und O. Deshalb steht dies auch ganz oben auf unserer Ausbildungsliste und bieten auch eigene Lehrgänge für andere Feuerwehren an. Auf dem GW-G sind ca. 290 verschiedene Ausrüstungsgegenstände verlastet. Darunter sind diverse Pumpen, Schläuche und Armaturen für die unterschiedlichsten Gefahrstoffe. Messgeräte wie Gasspürpumpen, Bodenprobensets, Nachweispasten erleichtern uns die Arbeit beim identifizieren der Gefahrstoffe sowie das Eingrenzen der Gefahrenzone. Ein Notebook und diverse Nachschlagewerke dienen zum Auswerten des Gefahrstoffs um zusehen welche Materialien wir einsetzten dürfen und welche Gefahren von dem Stoff ausgehen. Eine besonderer Schutzanzug der Chemikalienschutzanzug (CSA) ermöglicht unter extrem schweren Bedingungen das Arbeiten direkt am Unfallort z. B. bei einer Leckage an einem LKW. Das Arbeiten unter CSA ist nur bestimmten Atemschutzgeräteträger vorbehalten welche eine spezielle Ausbildung absolviert haben. Die Einsatzzeit beträgt max. 15 Minuten an heißen Sommertagen oftmals noch weniger. Auffangwannen, Dichtmassen, Stopfen, Bindemittel und vieles mehr stehen uns mit diesem Fahrzeug zur Verfügung. 

Erste Hilfe

Einmal jährlich findet ein große Erste Hilfe Ausbildung in Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Rettungsdienstunternehmen für alle aktiven Kameraden statt. Jedes Fahrzeug führt eine Erste Hilfe Ausrüstung mit. Im Mannschaftstransportwagen ist ausserdem ein großer Erste Hilfe Rucksack verladen um schnell und effektiv Erste Hilfe leisten zu können.